Crêpes falten
Die Faltung entscheidet darüber, ob ein Crêpe im Sitzen mit Besteck oder unterwegs aus der Hand gegessen wird. Sie bestimmt außerdem, wie viel Füllung hineinpasst und ob diese am Rand austritt. Vier klassische Formen deckt praktisch jeden Anlass ab, dazu kommt die Variante vom Jahrmarkt.
Das Wichtigste in Kürze
- Gefaltet wird warm, weil abgekühlte Crêpes an den Kanten brechen.
- Füllung immer mit Randabstand auftragen, sonst tritt sie beim Falten aus.
- Viertel und Rolle sind Tellerformen, Tüte und Kirmes-Faltung sind Handformen.
- Die Aumônière hält stückige Füllungen zuverlässig, braucht aber ein Band zum Verschließen.
- Die Faltung folgt der Konsistenz der Füllung, nicht dem Anlass.
Vorbereitung: Zeitpunkt und Untergrund
Gefaltet wird, während der Crêpe noch warm und dadurch biegsam ist. Abgekühlte Crêpes brechen an den Faltkanten, besonders wenn sie eher kräftig ausgefallen sind.
Sinnvoll ist ein flacher, sauberer Untergrund: ein Teller, ein Brett oder die abgeschaltete Platte selbst. Auf einer noch heißen Fläche trocknet der Crêpe beim Falten nach.
Füllung wird sparsam dosiert und nicht bis zum Rand verteilt, sonst tritt sie beim Falten aus. Ein Abstand von etwa zwei Zentimetern zum Rand ist ein praktikabler Anhaltspunkt.
Viertel oder Dreieck
Die einfachste und häufigste Faltung. Sie eignet sich für dünnflüssige süße Füllungen und ist mit Messer und Gabel gut zu essen.
- Belegen
Den Crêpe flach ausbreiten und die Füllung dünn auf der gesamten Fläche verteilen, mit Rand freilassen.
- Erste Faltung
Den Crêpe einmal in der Mitte zusammenklappen, sodass ein Halbkreis entsteht.
- Zweite Faltung
Den Halbkreis erneut mittig falten, es entsteht ein Viertelkreis in Dreiecksform.
- Servieren
Mit der offenen Seite nach hinten auf den Teller legen, damit die Füllung nicht ausläuft.
Tüte
Die Tüte hält die Füllung an einem Punkt zusammen und ist die praktische Form für unterwegs. Sie funktioniert am besten mit einem Papierumschlag als Halt.
- Halbieren
Den Crêpe zunächst mittig falten, sodass ein Halbkreis entsteht.
- Füllen
Die Füllung auf eine Hälfte des Halbkreises geben, nicht in die Mitte der Faltlinie.
- Einrollen
Eine Ecke der geraden Kante über die Füllung ziehen und zu einem Kegel formen.
- Sichern
Die zweite Ecke außen darüberlegen und die Tüte in Papier oder eine Serviette stellen.
Röllchen
Die Rolle ist die klassische Form für streichfähige Füllungen und die Grundlage für in Stücke geschnittene Portionen.
- Bestreichen
Die Füllung gleichmäßig über die ganze Fläche streichen, an einer Seite zwei Zentimeter frei lassen.
- Ansetzen
An der belegten Kante beginnen und den Crêpe locker, aber ohne Lufteinschlüsse aufrollen.
- Abschließen
Mit der freigelassenen Kante enden, damit die Rolle von selbst hält.
- Optional teilen
Die Rolle schräg in zwei oder drei Stücke schneiden, wenn sie als Portion serviert wird.
Aumônière oder Beutel
Die Aumônière ist die dekorative Variante für stückige Füllungen. Der Crêpe wird zu einem geschlossenen Beutel gebunden und behält Füllungen zuverlässig innen.
- Füllen
Die Füllung als Häufchen in die Mitte des flach liegenden Crêpes setzen.
- Hochziehen
Den Rand rundum vorsichtig anheben und über der Füllung zusammenführen.
- Zusammenlegen
Den entstehenden Hals leicht andrücken, sodass der Beutel seine Form hält.
- Binden
Mit einem essbaren Band, etwa einem blanchierten Schnittlauchstreifen oder einem Zitrusschalenstreifen, locker zubinden.
- Servieren
Als einzelnes Stück auf den Teller setzen, gegebenenfalls kurz nachwärmen.
Die Kirmes-Faltung
Auf Jahrmärkten und Volksfesten wird eine Variante verwendet, die schnell geht und einhändig gegessen werden kann. Sie ist im Prinzip eine Viertelfaltung, aber in umgekehrter Reihenfolge.
- Direkt belegen
Der Crêpe wird noch auf der Platte oder direkt danach belegt, meist mit einer streichfähigen Masse.
- Erst falten, dann falten
Zweimal hintereinander mittig klappen, sodass ein Dreieck entsteht — ohne zwischenzeitliches Umlegen.
- In Papier setzen
Das Dreieck mit der Spitze nach unten in eine Papiertüte oder ein gefaltetes Papier stellen.
- Von oben essen
Die breite Seite bleibt offen, gegessen wird von oben nach unten. Die Füllung sammelt sich in der Spitze.
Welche Faltung zu welcher Füllung passt
Die Wahl richtet sich vor allem nach der Konsistenz der Füllung und nach der Frage, ob mit Besteck gegessen wird.
| Faltung | Geeignet für | Essweise |
|---|---|---|
| Viertel / Dreieck | flüssige und streichfähige Füllungen | Teller, Besteck |
| Tüte | streichfähige Füllungen, Obststücke | aus der Hand |
| Röllchen | streichfähige Füllungen, dünne Scheiben | Teller oder aus der Hand |
| Aumônière | stückige und warme Füllungen | Teller, Besteck |
| Kirmes-Faltung | streichfähige süße Massen | aus der Hand, im Papier |
Häufige Fragen
Warum bricht der Crêpe beim Falten?
Meist ist er zu weit abgekühlt oder zu dick geraten. Auch zu hohe Backtemperatur macht die Ränder hart und brüchig. Warm falten und die Temperatur leicht reduzieren löst das Problem in der Regel.
Wie verhindert man, dass die Füllung ausläuft?
Die Füllung sparsam dosieren und einen Randabstand von etwa zwei Zentimetern lassen. Flüssige Füllungen kommen erst nach der ersten Faltung dazu. Bei Tüten und Beuteln hilft ein Papierhalter oder ein Band.
Kann man Crêpes vorbereiten und später falten?
Backen lässt sich gut vorbereiten, das Falten sollte aber am warmen Crêpe erfolgen. Alternativ werden gestapelte Crêpes vor dem Servieren kurz nachgewärmt und dann gefaltet. Ungefaltet gestapelt bleiben sie länger biegsam.
Welche Faltung eignet sich für Kinder?
Die Tüte und die Kirmes-Faltung, weil sie einhändig gegessen werden können und die Füllung nach unten sinkt. Beide brauchen ein Papier als Halt. Rollen sind eine gute Alternative, wenn sie in kurze Stücke geschnitten werden.