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Galette

Die Galette ist die herzhafte, bretonische Schwester des Crêpe: Buchweizenmehl statt Weizen, Salz statt Zucker, und traditionell ohne Ei im Teig.

Galette-Rezepte

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Was eine Galette von einem Crêpe unterscheidet

Beide werden auf derselben heißen Platte gebacken und beide sind dünn — der Unterschied liegt im Mehl. Der Crêpe wird aus Weizenmehl gemacht, ist weich, biegsam und traditionell süß gefüllt. Die Galette besteht aus Buchweizenmehl, ist kräftiger im Geschmack, etwas brüchiger und wird herzhaft belegt.

Buchweizen ist botanisch kein Getreide, sondern ein Knöterichgewächs, und er enthält kein Gluten. Das erklärt beides: den nussigen, leicht erdigen Geschmack und die Tatsache, dass ein Galettenteig weniger zusammenhält als ein Weizenteig.

In der Bretagne ist die Trennung streng. Wer dort eine Crêperie betritt, bekommt die Galette als Hauptgang und den Crêpe zum Nachtisch.

Warum Buchweizen und nicht Weizen

Die Böden der Bretagne sind karg und sauer, das Klima feucht. Weizen gedeiht dort schlecht, Buchweizen dagegen wächst auf mageren Böden und braucht kaum Pflege. Er wurde deshalb über Jahrhunderte zum Grundnahrungsmittel der Region — die Galette war Alltagsessen, kein Festtagsgericht.

Auf Französisch heißt Buchweizen sarrasin oder blé noir, schwarzer Weizen. Beide Begriffe stehen bis heute auf bretonischen Speisekarten.

Der Teig: drei Zutaten reichen

Ein klassischer Galettenteig besteht aus Buchweizenmehl, Wasser und Salz. Kein Ei, keine Milch, kein Zucker. Manche Rezepte geben einen Schuss Bier oder Cidre dazu, andere ein Ei für mehr Bindung — das ist regionale Auslegung, nicht Vorschrift.

Wichtiger als die Zutatenliste ist die Ruhezeit. Der Teig sollte mehrere Stunden stehen, klassisch über Nacht; Buchweizenmehl braucht deutlich länger als Weizenmehl, um Flüssigkeit aufzunehmen. Ein zu frisch verarbeiteter Teig reißt beim Verteilen.

Weil kein Gluten im Spiel ist, ist die Galette von Natur aus glutenfrei — solange das Mehl nicht mit Weizen verschnitten ist. Auf der Packung steht das oft klein.

Die Galette complète als Maßstab

Die bekannteste Variante ist die galette complète: Schinken, geriebener Käse und ein Ei, das direkt auf dem Teig auf der Platte gart. Die Ränder werden zu einem Viereck eingeschlagen, sodass das Eigelb in der Mitte offen bleibt.

Sie ist der Maßstab, an dem sich in der Bretagne jede Crêperie messen lässt, und die einzige Belegvariante mit festem Namen. Alles andere ist Auslegung.

Auf welchem Gerät die Galette gelingt

Buchweizenteig verzeiht weniger als Weizenteig. Er braucht eine gleichmäßig heiße, randlose Fläche, auf der er in einem Zug ausgezogen werden kann — reißt der Teig beim Verteilen, lässt sich die Stelle nicht mehr schließen.

Genau dafür ist eine offene Crêpes-Platte gebaut. In der Pfanne geht es auch, aber der Durchmesser begrenzt die Größe, und die klassische Vierecksfaltung wird eng. Für Galettes gilt deshalb noch stärker als für Crêpes: Fläche hilft.

Häufige Fragen

Ist eine Galette glutenfrei?

Reines Buchweizenmehl enthält kein Gluten, ein klassischer Galettenteig ist also glutenfrei. Im Handel wird Buchweizenmehl aber häufig in Mühlen verarbeitet, die auch Weizen mahlen. Wer auf Gluten verzichten muss, braucht Mehl mit ausdrücklicher Glutenfrei-Kennzeichnung.

Braucht der Galettenteig ein Ei?

Im bretonischen Original nicht — nur Buchweizenmehl, Wasser und Salz. Ein Ei macht den Teig geschmeidiger und reißfester und ist deshalb in vielen Hausrezepten drin. Wer ohne Ei arbeitet, braucht eine längere Ruhezeit.

Was heißt galette complète?

Die Standardbelegung aus Schinken, Käse und Ei, mit eingeschlagenen Rändern zu einem Viereck gefaltet. Complète bedeutet vollständig.

Ist die galette des rois dasselbe?

Nein. Die galette des rois ist der französische Dreikönigskuchen aus Blätterteig mit Mandelcreme, der Anfang Januar gegessen wird. Mit der bretonischen Buchweizen-Galette hat er nur das Wort gemeinsam.

Kann man Galettes vorbereiten?

Ja. Gebackene Galettes lassen sich stapeln und später kurz auf der Platte aufwärmen, bevor sie belegt werden. In Crêperien ist genau das der Standardablauf.